Reisen ist für mich eine der wertvollsten Erfahrungen in meinem Leben. Ich bin früher immer viel gereist und finde auch, dass die Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen mich zumindest zu einem gewissen Teil zu dem Menschen gemacht haben, der ich heute bin. Und diese Erfahrungen wollte ich auch immer meinen Kindern von Anfang an mitgeben. Es ist mein Investment in ihre Zukunft. Ich weiss, dass dies einige Leute auch etwas anders sehen aber das ist auch vollkommen legitim. Ich für meinen Teil habe es so von meinen Eltern mitbekommen und will es meinen Kindern so weitergeben. Ich bin auch unendlich dankbar, dass mein Mann es genauso sieht wie ich.

Fernreise zu viert, aber wohin?

Mein Mann und ich haben im letzten Jahr lange über mögliche Reiseziele diskutiert. Ob Bali, Thailand, Costa Rica, Südafrika oder USA, eine Entscheidung für den perfekten Familienurlaub mit Kindern hängt von sehr vielen Komponenten ab und sollte gut überlegt sein. Immerhin kostet eine Fernreise für vier Personen schon ein bisschen etwas.

Ich finde es enorm wichtig im Vorhinein zu besprechen wie man als Familie den gemeinsamen Urlaub verbringen möchte. Welche Erwartungen hat jeder? Zwei Wochen nur am Strand liegen oder Aktivurlaub mit täglichen Ausflügen? Mein Mann und ich haben zum Glück dieselben Vorstellungen wie wir unseren Urlaub am liebsten verbringen möchten.  Im Sommer lieben wir es zum Beispiel eine Woche nach Mykonos oder Ibiza zu reisen. Wir lieben die Mischung aus Strand und Stadt, cooler Atmosphäre, gutem Essen, etwas Partystimmung und  Boho Chic. Typische Bobo-Attitüden halt 😉

In Tulum haben wir genau das gefunden, wonach wir gesucht haben. Natürlich ist diese Destination nicht für jede Familie das Richtige, aber für uns war es der Traumurlaub schlechthin. Und ich gebe ehrlich zu, ich bin sehr kritisch was Hotels, Restaurants und vor allem einen bestimmten Wohlfühlfaktor im Urlaub angeht.

Wonach haben wir gesucht?

Unser Wunsch war es ein schönes Hotel, direkt am weissen Sand mit gutem Essen und guten Drinks. Auch gerne etwas Beachclub-Atmosphäre am Nachmittag mit Party. Abends dann einen netten Ort mit coolen Restaurants und ein paar Boutiquen zum Shoppen. Und genau das ist TULUM BEACH.

Da Tulum in den letzten Jahren als Reiseziel ziemlich „upcoming“ ist, dachte ich mir ich erzähle euch etwas mehr darüber. Vielleicht plant die eine oder andere ja auch ihren Urlaub dort zu verbringen.

Wir sind auf alle Fälle mit 11 Monate altem Baby und einer 3,5-Jährigen mit Lufthansa von Wien über Frankfurt nach Cancun geflogen und dann noch knapp 2 Stunden mit dem Auto nach Tulum Beach gefahren. Unsere Flugerfahrungen habe ich euch in dem Artikel Langstreckenflug mit Baby und Kleinkind schon näher beschrieben.

In meinem Travelguide Tulum mit Kindern Teil 1 will ich euch etwas über den Ort Tulum und unser wunderbares Hotel erzählen und in Teil 2 sind dann alle Insider Hotel-, Restaurant,- und Shopping Tipps von Tulum Beach für euch zusammengefasst.

TRAVELGUIDE TULUM MIT KINDERN Teil I

Infos & Hotel

Warum entscheidet man sich für einen Urlaub in Tulum mit Kindern? Wenn Reisende von „Tulum“ sprechen, meinen sie in der Regel „Tulum Beach“ ca. 15 Autominuten von Tulum City entfernt ist.

Tulum Beach ist eine einzige lange Strasse an der sich alle Hotels, Restaurants, Cafes und Boutiquen aneinander reihen. Die Strasse liegt im Dschungel und die Hotelseite grenzt an einem wunderschönen kilometerlangen weissen Sandstrand. Einen wirklichen Gehweg gibt es auf dieser langen Strasse nicht. Aber wir sind trotzdem jeden Tag auf der Strasse auf und ab gegangen und auch wenn es mit den Autos manchmal etwas wild zu geht, hatten wir auch mit Kinderwagen keine Angst. 😉 Wie schon erwähnt ist die Strasse relativ lang, weshalb viele mit dem Taxi (kostet immer so ca 5 $) oder mit dem Fahrrad von A nach B fahren. Wir haben das alles nicht wirklich gebraucht, weil unser Hotel so zentral gelegen war, dass wir alle Restaurants in Fussnähe erreichen konnten und gerne die längeren Strecken in Kauf genommen haben um dem mexican spirit zu inhalieren.

Auf dieser langen Strasse reihen sich unzählige, wirklich coole Restaurants und Bars. Diese könnten auch in New York oder L.A. sein, denn sei es vom Interior, der Musik oder der Qualität des Essens, es hat rein gar nichts mit „basic mexican food“ zu tun, sondern alles ist absolut top.

Man findet keine einfachen Shrimp Tacos, sondern auch das einfachste Essen wird kreativ und mit den besten Zutaten angerichtet. Das lockt natürlich auch hippe Großstädter aus New York, Los Angeles oder San Francisco an. Mit einem Flug von knapp vier Stunden ist Tulum DIE Destination für die urbanen Hipster-Amis. Sei es als Hochzeitslocation, Bachelor Party oder als „Family Get Together“ –  das kleine Tulum bietet einfach für jeden etwas.

Ich kann nur eines zum Essen in Tulum sagen: Wir haben noch nie so gut gegessen wie in diesem Urlaub. Every f’cking day. Wahnsinn einfach. 

Wer aber nach Kids Clubs, Kinder Restaurants oder Spielplätzen sucht ist in Tulum fehl am Platz. Man kann es vielleicht wirklich mit Ibiza oder Mykonos vergleichen. Party hat auch in Tulum oberste Priorität. Nicht umsonst kommen auch in der Hauptsaison die besten DJs angereist und ein Cocktail schmeckt besser als der andere. Wie ihr euch vorstellen könnt, hat das alles auch seinen Preis. Tulum hat so wenig mit den Preisen von Mexiko zu tun, wie Mykonos vom restlichen Griechenland. Es ist nicht günstig. ABER was man dafür bekommt ist absolut genial.

Das alles heisst aber überhaupt nicht, dass Familien mit Kindern nicht willkommen sind, ganz im Gegenteil. Die Mexikaner sind wahnsinnig kinderfreundlich. Jedoch würde ich vielleicht nicht in der absoluten Hauptsaison nach Tulum mit Kindern reisen. Uns wurde gesagt, dass sich im Januar und Februar Menschenschlangen vor den angesagtesten Restaurants bilden und die lange Strasse voller Party People ist. Ende November war es bei uns überhaupt nicht so. Es war angenehm, wenig los, wir konnten jeden Abend in ein anderes Restaurant unserer Wahl gehen ohne sich anzustellen oder mit Kindern komisch angeschaut zu werden.

Welche Restaurants, Bars und Boutiqen man gesehen haben muss, könnt ihr in Teil 2 meines Travel Guides nachlesen.

Ein weiterer Grund, wenn nicht der Hauptgrund nach Tulum zu fliegen, ist natürlich das Meer und der wunderschöne weisse Sandstrand, der wie auch, die oben erwähnte Strasse, kilometerlang ist. Je nach Jahreszeit kann das Meer ruhiger oder stürmischer sein mit hohen Wellen. Nach Tulum kann man jedoch das ganze Jahr über reisen und hat wunderbare Temperaturen. Die mexikanische Halbinsel Yucatán liegt ja in den Tropen und es entstehen daher nur sehr geringe Temperaturschwankungen. Die beste Reisezeit mit dem wenigsten Regen soll zwischen  November und März sein. Wir sind Ende November geflogen und hatten wirklich angenehm warmes Wetter, nicht zu heiss, was mit Kindern ja auch ganz praktisch ist. Unter Tags ist es auch wahnsinnig nett am Strand spazieren zu gehen und in eines der unzähligen Lokalen Mittag zu essen.

Eine der wichtigsten Entscheidungen für einen Urlaub ist meiner Meinung nach auch das Hotel. Und diese Entscheidung hat, seitdem wir Kinder haben, um einiges mehr Gewicht. Mein Mann und ich haben unabhängig voneinander einige Wochen im Internet recherchiert. Uns persönlich war es überhaupt nicht wichtig ob es einen Kids Club hat oder nicht (gibt es in Tulum glaube ich in keinem Hotel) aber es sollte familienfreundlich sein, wenn möglich einen Pool, ein Restaurant (mit Kinder ißt man doch oft auch im Hotel) etwas größere Zimmer und natürlich direkt am Strand gelegen sein. Wir haben uns wirklich einige Hotels ganz genau angesehen. Man muss bedenken, dass überraschend viele Hotels in Tulum in der Hauptsaison Adults Only Hotels sind! Dazu gibt es einige Yoga Hotels (ist vielleicht mit zwei kleinen Kindern auch nicht das Optimale) oder richtige Party- Hotels (auch nicht so prickelnd auf Dauer). Letztendlich blieb nach langem Recherchieren nur eines auf der Liste übrig: Das La Zebra Tulum.

HOTEL LA ZEBRA TULUM

Das Hotel La Zebra Tulum gehört zu den Small Luxury Hotels of the World. Und genau das spürt man auch. Es ist klein und familiär und lässt keine Wünsche offen. Wir haben 11 Tage in diesem Hotel verbracht und mir ist es selten passiert, dass ich am Tag der Abreise beim Verabschieden Tränen in den Augen hatte.

Sich als Familie willkommen fühlen

Angefangen hat es, dass wir relativ spät in der Nacht nach 11 Stunden Flug und 2 Stunden Autofahrt mit zwei schlafenden Kindern im Gepäck eingecheckt haben. Da das Hoteleigene Restaurant um diese Zeit schon geschlossen hatte, haben uns zwei Sandwiches mit Getränken am Zimmer erwartet. Durch den Jet Lag war es in der ersten Nacht dann auch so, dass die Kinder um 4:00 ausgeschlafen und munter waren und natürlich im Zimmer Lärm machten bzw. Baby V auch immer wieder etwas geweint hat. Die Rezeption hat uns sofort angerufen und uns nicht gebeten leise zu sein, sondern im Gegenteil, sie fragten, ob wir irgendetwas für die Kinder bräuchten, sie würden uns alles bringen, und wir sollen uns keinen Stress machen, sie haben vollstes Verständnis. Ich muss sagen, nach der ersten Nacht wusste ich, wir haben uns für das richtige Hotel entschieden.

Lage

Über die Lage des Hotels haben wir uns im Vorhinein relativ wenig Gedanken gemacht. Als wir vor Ort waren, waren wir überglücklich, dass das La Zebra perfekt gelegen ist. Nicht nur ist das eine der schönsten Strandabschnitte, sondern auch alle Restaurants und Boutiquen sind zu Fuss erreichbar. Es liegt am südlichen Ende von Tulum Beach und in Gehdistanz zu allen tollen Shops und Restaurants in die eine Richtung und zum ruhigen Reservoir-ähnlichen Gebiet in die andere Richtung.

Restaurant

Die darauf folgenden Urlaubstage waren einfach nur genial. Das weltbeste Frühstück mit Blick aufs Meer. Frisches Obst auf überdimensionierten Holzbrettern, Huevos Rancheros und dabei auch noch exzellenten Kaffee und Detox-Juices mit Spirulina, Jicama Mandelmilch. Der Grund dafür ist, dass alle Hotels relativ klein sind und ein großes Buffett macht da wenig Sinn. Daher ist das Frühstück im Zimmerpreis nicht inbegriffen. Der Hochstuhl für Baby V stand immer bereit und wenn wir noch gemütlich weiter frühstücken wollten, jedoch Baby V nicht mehr sitzen bleiben wollte, hat sich auch immer  jemand vom Service Personal um ihn gekümmert. Von frischen Früchten, über Pancakes bis hin zu Eier mit Avocado lässt das Frühstück keinen Wunsch offen. Nach zwei Tagen kannte uns jeder Kellner mit Namen und Mr. V war der Star.

Das Restaurant im La Zebra ist eines der besten Restaurants in Tulum Beach. Authentisches mexikanisches Essen auf höchstem Niveau mit professionellem Service. Eleazar Bonilla, der Küchenchef, hat nicht umsonst einen Ruf, der über die Grenzen Mexico’s hinaus geht. Wir haben uns eigentlich durch die ganze Speisekarte gegessen. Für Kinder gab es mehrere Kid’s Menüs, die meine Tochter geliebt hat. Baby V bekam zu Mittag jeden Tag eine frische Avocado serviert.

Wenn wir abends im Restaurant gegessen haben, hat Baby V im Kinderwagen geschlafen und zu späterer Stunde hat meine Tochter sich einfach zwei Stühle zusammen gestellt und ist dort eingeschlafen.

Strand, Pool und Spielplatz

Nahezu jeden Tag verbrachten wir am Hoteleigenen Strand. Es gab gemütliche Familienbetten im Sand, wo die Kids im Schatten spielen konnten. Der Spielplatz liegt direkt daneben, was auch ziemlich praktisch war. Den ganzen Tag über gibt es die Möglichkeit Essen und Getränke zu bestellen – Service am Strand oder eben im Restaurant.

Der weisse Sand und das warme Meer waren einfach ein Traum, obwohl unsere Kinder eher skeptisch dem Meer gegenüber waren. Daher war es zumindest für uns wahnsinnig wichtig, dass es einen Pool gab. Ich glaube in Tulum gibt es nur sehr wenige Hotels die über einen Pool verfügen (als Erwachsene braucht man auch wirklich keinen) aber mit zwei kleinen Kindern war es sehr angenehm.

Beach Club „Mulberry Project“

Da wir meist den ganzen Tag am Strand verbracht hatten, war es für uns extrem angenehm, dass es eine ziemlich coole Strandbar namens Mulberry Project, das als Pop Up Teil des Hotels ist. In der Mulberry Project Bar kam jede Woche ein anderer Barkeeper aus New York City, der die besten Margaritas kredenzte und ab späteren Nachmittag gab es auch einen DJ, der sehr entspannte Musik auflegte. Da die meisten Beachhotels in Tulum gleichzeitig auch ein Beachchlub sind, hat man auch als Externer die Möglichkeit im La Zebra den Tag zu verbringen. Lustigerweise haben wir so viele Eltern mit kleinen Kindern kennengelernt, die in ihrem Hotel zwecks fehlender Familienfreundlichkeit den Tag bei uns verbrachten.

Nicht nur wie als Eltern liebten die Chill Out Atmosphäre des Mulberry Projects, sondern auch die Kids haben jeden Nachmittag nach ihrem Mittagsschlaf getanzt und ab-geshaked.

Hotelzimmer

Da Baby V seinen Mittagschlaf im Buggy gemacht hat und Ms. A meist auf der Liege geschlafen hat, waren wir eigentlich so gut wie nie unter Tags im Hotelzimmer. Es war auch nie sooo heiss, dass es im Schatten nicht aushaltbar war. Abends sind wir dann meist noch in den eigenen Whirpool des Zimmers gegangen, bevor wir dann abends entweder im Hotel gegessen haben oder auswärts gegangen sind.

Das Hotelzimmer war für uns als Familie zu viert absolut ausreichend. Wir hatten ein großes Doppelbett, ein Tagesbett und ein Reisegitterbett im Zimmer. Baby V hat im Reisegitterbett des Hotels geschlafen. Und Ms. A in unserem Bett, das hat eigentlich alles gut funktioniert. Was ich toll fand, war das großzügige Badezimmer, gerade nach einem Tag am Strand war tägliches Duschen sehr wichtig. Die Dusche war überdimensioniert und rein gemauert. Ein Traum!

Spa

Leider habe ich mir erst am vorletzten Urlaubstag eine Massage gegönnt, denn es war die beste Massage meines Lebens – ohne Übertreibung! Ich habe schon wirklich viele Massagen, vor allem in Hotels, erlebt, auch viele gute, aber diese hier war einfach genial. Ich kann mich sogar jetzt noch genau an mein Glücksgefühl erinnern, was ich während der Massage hatte. Am liebsten hätte ich die Masseurin mit nach Hause genommen. :))

Sich „wie zu Hause“ fühlen

Wir sind wahnsinnig glücklich, dass wir uns für das La Zebra entschieden haben. Es hat unseren Familienurlaub zu unserem Traumurlaub gemacht. Wir haben wertvolle Momente als Familie dort erlebt, die wir nie vergessen werden: Baby V hat im La Zebra das gehen gelernt und Ms. A ist Schnullerfrei geworden. Zufall oder Schicksal – wir sind dankbar, dass wir uns 11 Tage so frei entfalten konnten und uns wie zu Hause fühlen durften. Tulum mit Kindern? JA! Ich hoffe wir kommen bald wieder.

SALON MAMA TIPPS

  • Genug Mosquito Sprays mitnehmen! Abends im Jungle ist es wirklich schlimm, und daher ist es auch praktisch ein Mosquitonetz für den Kinderwagen mit dabei zu haben.
  • Genug Cash mitnehmen! Lieber Pesos als Dollar!  Nahezu überall zahlt man bar.
  • Unbedingt in einem Hotel in Tulum Beach und nicht in Tulum buchen.
  • Du brauchst keine High Heels mitnehmen! Die meiste Zeit geht man barfuss oder in Sandalen.
  • Dresscode in Tulum Beach ist Hippie Style.

Auch wenn wir mit unserem Hotel extrem zufrieden waren, wollte ich euch hier noch ein paar weitere Hotellinks zusammenschreiben, die wir in der engeren Auswahl hatten. Wir haben uns einige davon näher angesehen, kann jedoch keine qualifizierte Meinung dazu abgeben, wie gut und adäquat sie wirklich sind.

 

 Alma Tulum 

Hip Hotel Tulum 

Hotelito Azul 

Jashita Tulum

Casa Violetta 

Nomade 

 

Bei Fragen könnt ihr mir jederzeit hier ein Kommentar hinterlassen oder ihr schreibt mir eine E-mail oder auf Instagram oder Facebook.

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