Das Geheimnis der Muttermilchforschung

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Stillen ist die beste Ernährung für Neugeborene. Das steht außer Frage. Muttermilch bietet Säuglingen alle Nährstoffe in optimaler Zusammensetzung, die es für seine Entwicklung und sein Wachstum benötigt. Da Muttermilch besonders gut auf die Bedürfnisse des Babys abgestimmt ist, mindert es auch das Risiko für spätere Allergien oder Infektionskrankheiten.

Aber auch Säuglinge die nicht oder nicht voll gestillt werden, sollen die bestmögliche Ernährung bekommen. In den letzten Jahrzehnten hat sich in der Säuglingsnahrung einiges getan. Einen großen Beitrag dazu hat Dr. Bernd Stahl, Leiter der Muttermilchforschung bei Danone Nutricia Research, der ehemals als Milupa Muttermilchforschung bekannten Forschungseinrichtung, geleistet. Er erforscht Muttermilch seit mehr als 25 Jahren und gilt mit seinem Team als „Entdecker der Muttermilch-Prebiotika“.

„Muttermilch ist das Maß aller Dinge. Sie bietet dem Baby alles, was es für den optimalen Start ins Leben benötigt. Ein Geniestreich der Natur, aber auch Ansporn, dieses Wunderwerk besser zu verstehen.

Dr. Bernd Stahl, Leiter der Muttermilchforschung

Persönliches Treffen mit Dr. Bernd Stahl

Da meine Kinder beide Säuglingsnahrung erhielten, beschäftige ich mich schon länger mit dem Thema Ernährung in den ersten 1000 Tagen. Daher hat es mich besonders gefreut, dass Aptaclub mir ermöglichte, Dr. Bernd Stahl persönlich in Wien zu treffen, um ihn zum Thema Muttermilchforschung zu befragen. Dank eurer Hilfe über Instagram, war ich bestens vorbereitet und hatte einige spannende Fragen in petto.

Ein paar meiner Fragen könnt ihr gleich hier nachlesen und im Anschluss könnt ihr euch das komplette Video ansehen.

Lieber Bernd, ich freu mich sehr, dass du die Zeit gefunden hast, bei deinem kurzen Abstecher in Wien, mich zu treffen. Ich kam 1981 auf die Welt und wurde nicht gestillt, sondern bekam Säuglingsnahrung. Meine erste Tochter wurde 2014 geboren und bekam auch das Fläschchen. Was ist die größte Errungenschaft in der Muttermilchforschung in den letzten Jahrzehnten?

In den letzten Jahrzehnten haben wir tatsächlich eine große Entwicklung in der Säuglingsernährung gesehen, weil wir die Muttermilch auch besser verstanden haben. Und zwar wissen wir, dass die Fettkomponenten der Muttermilch, die sogenannten langkettig mehrfach ungesättigten Fettsäuren (LCPs), ganz wichtig, für die Nerven-, und Gehirnentwicklung der Kinder sind. Wir haben darüber hinaus herausgefunden, dass Muttermilch lösliche Ballaststoffe, sogenannte Prebiotika enthält, deren Nutzen wir in den letzten Jahren auch verstanden haben. Und auch die Eiweißkomponente, die in der Muttermilch ganz anders als in der Kuhmilch ist und auf der viele Säuglingsnahrungen heutzutage basieren, haben wir identifiziert und in Säuglingsmilch nachgeahmt.

 Muttermilch vs. Säuglingsnahrung: Wie ähnlich sind sie sich?

Die moderne Säuglingsnahrung, die auf intensiver Forschung beruht, ist heute so gut, wie sie noch nie war. Das ist eine ganz tolle Errungenschaft. Aber als Muttermilchforscher muss ich zugeben, dass die Muttermilch etwas ganz Besonderes ist und das wird man nie ganz erreichen. Sie ist maßgeschneidert von der Mutter für ihr Kind. Die Muttermilch enthält Inhaltsstoffe, die wir vielleicht niemals „nachbauen“ können und deswegen denke ich, dass Muttermilch nach wie vor unser Vorbild ist. ABER wir können nach unseren Möglichkeiten die Forschungsergebnisse immer wieder in neue Ernährungskonzepte umsetzen und damit auch die Säuglingsnahrung immer besser machen.

Gibt es Studien zu gesundheitlichen Vorteilen bei Muttermilch? 

Muttermilch ist die beste Ernährung exklusiv in den ersten 6 Monaten des Lebens. Und es gibt auch keinen Grund das Stillen nach 6 Monaten plötzlich aufzuhören, sondern man sollte weiter stillen. Aber ab einem gewissen Zeitpunkt ist die Beikost wichtig und zwar die kindgerechte Beikost. Aus intensiver Forschung kann man sagen, dass Muttermilch nicht nur einen ganz wichtigen Beitrag zur Ernährung der Säuglinge liefert, sondern maßgeblich zur gesunden Entwicklung der Säuglinge beiträgt. Man spricht auch von den ersten 1000 Tagen. Die ersten 1000 Tagen sind die ersten 9 Monate der Schwangerschaft plus die nächsten 2 Jahre nach der Geburt. Und wir wissen, dass Stillen nicht nur einen wichtigen Einfluss auf die Ernährung in den ersten 1000 Tagen hat, sondern Stillen liefert darüber hinaus auch noch die Möglichkeit, dass das Immunsystem, die Gehirnentwicklung und das Wachstum der Organe positiv beeinflusst wird.

Was macht Säuglingsnahrung, die auf Forschung basiert, so besonders?

Das Wissen über Muttermilch macht forschungsbasierte Säuglingsnahrung so besonders. Muttermilch ist eine der komplexesten biologischen Flüssigkeiten, die wir uns vorstellen können. Das fasziniert mich auch als Forscher noch nach mehr als 25 Jahren. Die mehreren tausend Inhaltsstoffe sind wie ein Sinfonieorchester aufeinander abgestimmt. Genau diese Komplexizität versuchen wir zu verstehen. Um schließlich in einem nächsten Schritt dieses Verständnis der Inhaltsstoffe und deren positive Auswirkungen auf die Entwicklung der Säuglinge und Kinder in Säuglingsnahrung bestmöglich nachzuahmen. Das ist maßgeblich die Motivation unserer täglichen Arbeit.

Noch viele Fragen zum Thema Stillen und Muttermilch sind bisher unbeantwortet, es ist und bleibt ein absolutes Wunder der Natur. Aber ich freue mich, dass die Muttermilchforschung mittlerweile so weit ist, dass auch Kinder, die nicht gestillt werden können sehr gut versorgt werden können. Das komplette Interview könnt ihr euch hier ansehen:

Solltet ihr noch mehr Fragen zum Thema Muttermilchforschung haben, könnt ihr mir jederzeit schreiben und ich leite die Fragen sehr gerne weiter. Oder ihr wendet euch direkt an das Aptaclub Elternservice.

                       * In freundlicher Zusammenarbeit mit Aptaclub 

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