Schwanger mit Baby Nr. 2 – Gedanken über die zweite Schwangerschaft und ein Leben zu viert

Warum ich diesen Artikel erst jetzt schreibe? Weil ich ihn wahnsinnig gerne gelesen hätte, als ich mit meinem 2. Baby schwanger war, denn ich habe mir richtig viel Gedanken in meiner 2. Schwangerschaft gemacht.  Mein 1. Kind war gewünscht und geplant. Dass es so schnell ging, war eine ziemliche Überraschung, aber die Freude war riesig. Ich war glücklich und liebte meine neue Rolle als Mama.

Über ein zweites Kind habe ich eigentlich nicht nachgedacht, ich war absolut erfüllt mit einem. Theoretisch war aber ein zweites Kind geplant und auch gewollt, aber eben nur in der Theorie (haha) und eigentlich nur aus rein rationalen Gründen:

a) damit meine Tochter einen Spielkameraden hat und ich nicht permanent andere Kinder zu Hause einladen muss 😉

b) aus Schutz vor mir selbst! Bei zwei Kindern muss ich meine Liebe und Aufmerksamkeit aufteilen. Heisst: Geschwisterkinder haben vielleicht mehr „Freiheiten“  weil sich nicht alles nur um sie dreht.

c) wenn mein Mann und ich einmal alt und mühsam sind, können sich zwei Kinder besser „aufteilen“-  heisst die „Verantwortung“ liegt nicht nur bei einem Kind.

Also theoretisch machte ein zweites Kind für mich Sinn. Aber in der Praxis konnte ich es mir lustigerweise gar nicht vorstellen. Ich konnte mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, ein zweites Kind genauso zu lieben wie meine Tochter.

Werde ich ein zweites Kind genauso lieben wie das Erste?

Foto: David Višnjic

Als dann meine Tochter ca. 1 Jahr war kam langsam aber stetig die Frage nach einem 2. Baby auf. „Damit der Abstand nicht zu „groß“ ist.“ Und wenn man gleich „nachlegt“ ist man schneller aus dem Schlimmsten wieder rauß….  Was heisst denn das bitte?  Nächtliches Aufstehen, Windeln wechseln und Baby Geschrei? Ja natürlich kann das mühsam sein, aber diese Phase ist auch wunderschön, denn genau in dieser Zeit wird einem das erste Lächeln geschenkt, man wird das 1.Mal mit „Mama“ angesprochen und man bekommt seine erste Umarmung.

Ich wollte diese Momente bei einem zweiten Kind genauso genießen und sie nicht einfach schnell hinter mich bringen. Aber ich konnte mir einfach nicht vorstellen, wann der richtige Zeitpunkt für ein zweites Baby sein soll. Ich bin auch nach 1 Jahr Karenz wieder arbeiten gegangen. Und das hat auch total gut geklappt. Mein Kind war glücklich in der Krippe, ich konnte 25-30h arbeiten und meine Freizeit konnte ich komplett mit meiner Tochter und meinem Mann verbringen. Bei mir hat sich mit einem Kind natürlich emotional sehr viel verändert, aber in meinem täglichen Leben habe ich mich weniger eingeschränkt gefühlt, als ich es mir vorab dachte.

In meinem Freundeskreis gab es schon Familien, die zu viert waren und irgendwie wirkte es schon um einiges anstrengender auf mich 😉 als wir zu dritt. Daher war mein inneres Gefühl lieber noch ein wenig zu warten – vielleicht kommt ja irgendwann dieser starke Wunsch für Baby Nr. 2 !

Dann kam es aber doch anders. Ich wurde schwanger. Ungeplant  (natürlich habe ich auch nicht sooo viel dagegen getan, dass es nicht passieren kann!) Ich erfuhr erst in der 7ssw davon – alle Anzeichen habe ich anscheinend verdrängt –  das war ein paar Tage nach dem 2. Geburtstag meiner Tochter. Meine erste Reaktion war absolute Panik. Ich weiss nicht warum, aber ich hatte sofort ein total schlechtes Gewissen meiner Tochter gegenüber. Erste Gedanken gingen mir durch den Kopf: Sie ist noch viel zu klein und braucht ihre Mama! Warum soll sie mich mit einem kleinen Baby schon so früh teilen müssen. Und wie soll ich bloß beiden Kindern gerecht werden?

Ich wollte ja in der Theorie 😉 einen Abstand von mindestens 3- 4 Jahren und war dann auch auf mich wütend, warum ich nicht besser aufgepasst habe. Und von meiner beruflichen Situation will ich gar nicht sprechen! Alles lief gerade so gut, da passte eine 2. Schwangerschaft irgendwie nicht hinein.

Revue passierend finde ich es natürlich wahnsinnig witzig, dass meine zweite Schwangerschaft mir einen größeren Stress bereitete als die erste! Aber es war wirklich so.

Das wirklich schöne an einer Schwangerschaft ist aber, dass man 9 Monate Zeit hat sich auf das bevorstehende Ereignis geistig und natürlich auch körperlich vorzubereiten. Und ich habe diese Zeit wirklich gebraucht. Ich musste mich wirklich mit meinen Ängsten und Sorgen auseinander setzen:

Wie werde ich zwei Kindern gerecht?  Werde ich das zweite Kind genauso lieben wie das Erste? Wie werde ich Familie und Beruf unter einen Hut bringen? Wird sich finanziell alles ausgehen? Und kann ich mich auch ausreichend auf meine zweite Schwangerschaft konzentrieren? 

Die zweite Schwangerschaft war anders als die erste, vor allem weil sie einfach rasend schnell verflog. Ich hatte zwar auch keine Probleme und es ging mir sehr gut, aber mit „stundenlang auf der Couch liegen“, „Füße massiert bekommen“ und sich „stundenlang mit Babynamen“ zu beschäftigen war halt nicht mehr drin. Denn neben meinem Job, hatte meine 2-jährige auch so das ein oder andere Bedürfnis und ich war eigentlich in Daueraction. Aber man wächst mit jeder neuen Aufgabe und als Mama hat man meiner Meinung nach sowieso Superkräfte und schafft einfach alles, wenn man nur muss.

Meine Tochter & mich auf den Bruder vorbereiten

Foto: Pamela Rußmann

Mit meiner Tochter habe ich ganz viel über das neue Baby, ihren Bruder,  gesprochen, wie es sein wird, welche Ängste sie hat und auch ich habe ihr ein paar meiner Gedanken gesagt. Es tat wahnsinnig gut viel über unser neues Leben zu viert zu sprechen. Wir haben auch einige Bilderbücher gekauft, die das Thema gut und liebevoll beschrieben haben. Und mit den Monaten und dem Wachsen des Bauches wurde die Vorfreude auf unser zweites Baby auch immer größer. Und es ist wirklich so wie bei allem im Leben – man wächst mit den Herausforderungen und den Situationen in denen man ist.

Als der Babybruder dann endlich da war, ist etwas passiert, was ich natürlich erhofft habe, aber mich trotzdem absolut überwältigt hat –  die Liebe für dieses kleine Wesen! Sie war sofort da und zwar überdimensional.  Alle Sorgen und Ängste waren verflogen, denn Baby V war sofort Teil unserer Familie.

Plötzlich Mama von zwei Kindern! Was ist anders?

Anfangs ist man noch in einer „Babybubble“ und alles ist einfach nur wunderschön. Wir waren glücklich nun zu viert zu sein und auch meine Tochter hat sich von Anfang an liebevoll um ihren Bruder gekümmert und keine Eifersuchtsanzeichen gezeigt, was mich extrem erleichtert hat.

Ich war auch auf einmal wahnsinnig stolz auf meine zwei Kinder, habe sie stundenlang beobachtet und mich als Mama richtig vollkommen und stark gefühlt.

Gerade die ersten Monate waren für mich extrem angenehm. Man fühlt sich viel „erfahrener“ und  „entspannter“ als beim 1. Kind.

Sobald jedoch Baby Nr. 2 aktiver wird, zu Laufen beginnt und auch seinen eigenen Willen durchsetzen will, wird das Leben mit zwei Kinder schon anders. Und zwar richtig anders.

Es gibt ja diesen Spruch „Ein Kind ist kein Kind“ – rückblickend muss ich echt sagen – es stimmt 100% Zwei Kinder sind eine andere Liga, körperlich und geistig – denn man hat einfach NIE wirklich eine Pause. Einer will fast immer etwas.

Erst wenn sich die Interessen der Kinder wieder etwas angleichen und sie auch zusammen spielen können (bei uns ist es seit Baby V 1,5 Jahre alt ist) hat man auch schon mal 1/2h wirklich eine Ruhe.

Klingt alles ziemlich anstrengend? Ist es auch, aber es ist einfach wahnsinnig schön zwei Kinder zu haben! Oder drei, oder vier??? Nein scherz, ich glaube es reicht mal…

Zusammengefasst will ich einfach sagen, ich bin wahnsinnig froh, dass ich dann doch schneller als geplant schwanger wurde. Ich hätte nämlich nie den richtigen Zeitpunkt gefunden. Es gibt auch meist keinen PERFEKTEN ZEITPUNKT dafür! Aber das ist auch gut so, denn manchmal ist es besser, wenn man vom Leben einfach überrascht wird.

Der Altersabstand von knapp 3 Jahren hat sich für uns als perfekt herausgestellt. Unsere Tochter kümmert sich liebevoll um ihren Bruder, passt auf ihn auf und ist wirklich eine große Hilfe. Mittlerweile spielen sie miteinander, natürlich streiten sie auch 😉 aber das Wichtigste, sie haben sich und das ist das größte Geschenk für sie und für uns als Eltern.

Auch wenn es oft mega anstrengend ist mit zwei Kindern ist es auch doppeltes Glück. Diese unterschiedlichen Charaktere, dieses Leben jeden Tag – das Lachen, das Toben, das Kuscheln und diese grenzenlose Liebe! Ich will keinen einzigen Tag mit meinen zwei missen! Und auch wenn ich mich immer wieder frage, ob ich beiden Kindern auch gerecht werde – weiss ich, dass ich mein Bestes dafür tue, dass ich immer versuche auf ihre Bedürfnisse so gut es geht einzugehen, ihnen ganz viel Liebe schenke und sie auf ihren Weg beim Groß werden begleite – und das ist schon mal ganz viel wert.

Also meine Lieben, egal ob ihr ein Kind, zwei Kinder, drei, vier oder noch mehr Kinder wollt, just go for it – jede Mama wächst mit ihren Aufgaben und auch wenn ihr an eure Grenzen kommt, ist es auch die schönste Zeit in unserem Leben. 

Hattet ihr ähnliche Gedanken? Bin gespannt.

Mama sein – Wurzeln und Flügel geben

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Nicht überraschend, war auch für mich das Mama werden ein ganz besonderer und sehr bedeutender Einschnitt in meinem bisherigen Leben. Ich hatte – nicht einmal in der Zeit der Schwangerschaft oder kurz vor der Geburt – eine Vorstellung wie das Mama sein für mich sein wird. Was es für ein Gefühl ist Mama zu sein. Wieviel Liebe und gleichzeitig auch Ängste man auf einmal in sich trägt. Nach mittlerweile 4 Jahren Mama sein, kann ich behaupten, ich komme immer mehr in „meiner“ Rolle an. Auch wenn unser 2. Kind unseren Alltag nochmal ordentlich durchgewirbelt hat, fühle ich mich stark im Leben stehend und glücklich in der Entscheidung Kinder bekommen zu haben.

MAMA SEIN

Nach der Geburt meiner Tochter habe ich von Anfang an versucht auf mein Bauchgefühl zu hören. Dieses Gefühl hat sich Woche für Woche, Monat für Monat stärker entwickelt und ich glaube es gelang mir gut – vielleicht auch „nur“ instinktiv ihre Bedürfnisse zu deuten und auf sie einzugehen. Ratgeber habe ich ehrlich gesagt nie gelesen und auch Ratschläge habe ich mir selten geholt, nicht weil ich glaubte es besser zu wissen oder zu können, sondern weil ich überzeugt bin, dass man es als Eltern meist instinktiv am besten weiss. Mein Mann und ich lassen uns gerne auf neue Situationen ein, haben wenig starre Regeln und lassen vieles auf uns zu kommen. Bisher hat das für uns immer überraschend gut funktioniert. Klar gerät man oft an Grenzen und fragt sich wie man das alles schafft. Und es gibt auch Tage, an denen einem alles zu viel wird. Aber nur selten habe ich Unsicherheiten oder Überforderung im Umgang mit meinen Kindern empfunden. Lediglich wenn das Fieberthermometer ansteigt oder Mr. V mit seinem Benni Bike stürzt, neige ich dazu die Nerven wegzuschmeißen und dann ist mein Mann der Fels in der Brandung – und das ist gut so.

Die tatsächlich größte persönliche Überraschung am Mama sein für mich – und übrigens auch für mein Umfeld – war und ist, dass ich in dieser Aufgabe richtig aufgegangen bin und bestimmte Fremdbilder, die von mir gezeichnet wurden, nicht erfüllt habe. Ich wollte unbedingt viel Zeit mit meinen Kindern verbringen. Aber gleichzeitig wollte ich auch von Beginn an wieder arbeiten. Mir war es wichtig beides zu verbinden. Ich bin sehr froh, dass sich diese Einstellung auch mit unserem beruflichen Alltag einrichten lässt. Aber ich denke als Mama, muss man einfach auch Mut zur Lücke haben und manchmal müssen Dinge oder Erledigungen auch warten. Meine Kinder gehören einfach voll und ganz zu mir und werden von meinem Mann und mir in nahezu alle Lebensbereiche integriert. Wenn es nicht anders einzurichten ist, kommen sie mit zu Terminen oder schlafen auf meinem Schoß während ich noch einen Text Korrektur lesen muss, oder ein Beitrag wird erst später fertiggestellt und wir tanzen noch gemeinsam eine Runde vor dem zu Bett gehen. Wir lieben es mit ihnen gemeinsam zu verreisen, ihnen die Welt zu zeigen, Antworten auf ihre Fragen zu geben oder lustige Geschichten auszudenken.

KIND SEIN

Neben unserem eigenen Wertsystem als Eltern, bin ich aber auch überzeugt, dass viele Entscheidungen und Zugänge in meinem Leben einfach vorgelebt wurden. Ich persönlich habe sehr positive und prägende Erinnerungen an meine Kindheit und wie ich meine Mama erlebt habe.  Ich schätze sie mit allen ihren Facetten und habe großen Respekt für das was sie geleistet hat. Ihr ist es gelungen mich mit Selbstvertrauen und Zufriedenheit auszustatten und sie hat mich immer zum Träumen ermutigt. Eigenschaften die für mich, beim „groß werden“ entscheidend sind. Ähnlich wie bei mir und meinem Mann, war bedingt durch die berufliche Selbständigkeit meiner Eltern, die Grenze zwischen Familie und Beruf fließend. Es wurde zwar viel gearbeitet, aber es gab viel Raum für das Familiensein und Freizeit. Wir sind als Familie sehr viel gereist und ich habe sehr früh andere Kulturen und Lebenskonzepte kennengelernt.

Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln &Flügel

J.W. von Goethe

Meine Mama hat immer  die Dinge die ich kann in den Vordergrund gestellt und nicht auf die Dinge gezeigt, in denen ich vielleicht nicht so gut war. Sie hat immer zuerst mir geglaubt, und nicht automatisch den anderen. Es ist ihr gelungen in entscheidenden Momenten eine Konsequenz an den Tag zu legen, mit der sich mich zum Durchhalten motiviert hat.  Ich bin meiner Mama für das was sie mir mitgegeben hat und wie sie mich schlussendlich als Frau geprägt hat, mit welchem Wertegefühl und mit welcher Selbstsicherheit sie mich ausgestattet hat sehr verbunden. Es überrascht mich nicht, dass sie mich auch jetzt in meinem Mama-Sein stets bestärkt und Respekt vor meinen Entscheidungen hat.

Meine Mama ist die Frau hinter mir, die mir Wurzeln und Flügel geschenkt hat. Und genau das will auch ich meinen Kindern weitergeben. Danke Mama & Alles Gute zum Muttertag!

 

Begleite uns auf das „HP Sprocket/Envy Generationen Event“

Ich freue mich, dass am 4. Juni meine Mama zu mir nach Wien kommt und wir gemeinsam auf das „HP Sprocket/Envy Generationen Event“ gehen. Und wisst ihr was, ich darf unter euch auch 2×2 Tickets für dieses Event  verlosen darf, und wir verbringen einen netten gemeinsam Abend. Und wenn man schon einmal mit der eigenen Mama fortgeht muss auch die Location auch etwas hergeben und zwar ist es die Lamee Rooftop Bar. Vor Ort ist dann auch der Fotograf Gerry Frank, der coole Portraitfotos von uns allen machen wird und wir dann vor Ort mit dem HP Envy Photo und HP Sprocket ausdrucken können. Am Event kannst du dann sogar noch einen HP Sprocket gewinnen!

Wie könnt ihr gewinnen und mit uns am HP Sprocket/Envy Generationen Event mit dabei sein? 

Schreib mir doch in einem Kommentar, warum du deiner Mama dankbar bist und schon bist du im Lostopf mit dabei. Es wäre natürlich toll, wenn du deine Mama oder deinen Papa am 4.Juni  mitnimmst, ist aber natürlich kein Muss ;-))

  • Das Gewinnspiel endet am 28.05.2018. Die glücklichen Gewinner werden von unserer Glücksfee Ms. A  gezogen und verständigt.

Hier gibt es unsere Teilnahmebedingungen nochmal im Detail zum Nachlesen.

 

*In Zusammenarbeit mit HP Austria

 

 

 

 

 

 

Warum nicht einfach ehrlich sein!? :-)

Katharina 31, Journalistin, schreibt auf ihrem Blog Hunga, miad & koid“ über das Leben. So, wie es ist. Über die schönen und weniger schönen Dinge. Auch über Lustiges und mit dem geht es heute los. Viel Freude!

Was mach ich bitteschön auf einem Mama-Blog? Ich bin 31 und mehr Single als es Bridget Jones je war. Da ist kein Daniel Cleaver oder Mark Darcy. Die einzigen Männer in meinem Leben: Mein Papa, der Postbote und Mark Forster, der mir jeden Morgen am Weg in die Arbeit ins Ohr singt. Najaaa, wobei … Da gibt es noch einen ziemlichen Hottie bei mir im Fitnessstudio, aber über ein kurzes „Hallo“ haben wir es seit Monaten nicht geschafft. So viel zu meiner Ausgangssituation.

Ich könnte jetzt die nächsten Absätze natürlich darüber schreiben, wie sehr ich mein Leben als Single feiere. Wie sehr ich’s genieße, abends in Ruhe auf der Couch zu liegen, kein Baby-Geschrei und kein Typ, der drauf besteht, irgendein fades Fußball-Match im TV anzuschauen, während ich Babyspucke aus meinem Lieblingskleid wasche. Ich könnte euch was berichten von durchtanzten Nächten, literweise Gin Tonic und heißen Dates … Oh, das kann schon was, klar! Aber dann gibt es auch noch andere Momente … Diese sentimentalen Augenblicke, wo’s mich emotional ordentlich durchbeutelt …

Ohne Mann schaut’s schlecht aus in Sachen Familiengründung. Okay, ich könnte es mit einem One Night Stand versuchen und hoffen, beim ersten Anlauf schwanger zu werden. Die Chancen, statt einem Baby eine Horde Filzläuse abzufangen, stehen vermutlich besser … Ich könnte mir ein schwules Pärchen checken, das sich auch ein Kind wünscht und mir mit ihnen zu dritt den Gschroppen teilen.

Aber im Ernst: Ja, ich wünsche mir Kinder, sehr sogar, am liebsten zwei. Nur was soll ich machen, wenn’s nicht passt!? Wenn es zwischenmenschlich im Moment einfach nicht sein soll!? Wenn da keiner ist, in den ich mich verlieben kann und der sich gleichzeitig in mich verschaut. Und mit dem ich mir zusammen etwas aufbauen kann.

Und ja, das frustriert mich manchmal. Manchmal macht es mich traurig. Ab und zu war ich deshalb auch schon sehr verzweifelt. Nur lass ich’s mir nach außen nicht anmerken. Weil es niemanden etwas angeht. Und auch, weil es mir oft unangenehm ist. Weil ich oft das Gefühl hab, mit mir stimmt etwas nicht. Mit 31 noch so weit weg von einer eigenen Familie … Wenn mich jemand fragt, wann es denn bei mir so weit ist, lache ich. „Ich habe keinen Stress“, sag ich dann. Oder: „Ach, ich mag Kinder, solange es nicht meine eigenen sind.“ Das ist gelogen …

Was würde ich drum geben, wenn mir so ein kleines Würmchen das Shirt vollkotzt!? Ich möchte auch mitten in der Nacht aufstehen und mit Augenringen und zersausten Haare am nächsten Tag zusammen mit anderen Mamis über meinen Schlafmangel jammern. Ich möchte voll angeschissene Windeln wechseln. Und auf Legosteinen ausrutschen und Babyknie verarzten. Ich möchte Fotos von meinen Dehnungsstreifen posten und drunter schreiben: #proudmama.

Aber manche Dinge im Leben kann man sich nicht aussuchen. Man kann nichts erzwingen. Man kann nur wünschen, hoffen, träumen, dran bleiben und das Beste aus der Situation machen. Und das gelingt manchmal am besten mit Blasen an den Füßen vom Tanzen und einem Glas Tonic in der Hand!

Rosa bei Buben? Das geht doch nicht!

Rosa bei Buben? Das geht doch nicht!

Und ob das geht! Immer wieder werde ich, als mittlerweile zweifache Bubenmama, auf die lackierten Fingernägel meiner Söhne angesprochen. „Das machen doch nur Mädchen, du bist doch kein Mädchen“ – sind nur zwei der typischen Aussagen, die ich oder meine Kinder oft zu Hören bekommen. Wenn ich zwischendurch die Zeit finde mir die Fingernägel zu lackieren, haben meine Söhne mit der Zeit immer wieder neugierige Blicke auf meine Finger geworfen. Es häuften sich dann die Fragen, ob sie nicht auch so bunte Nägel wie Mama haben können. Ich beschloss einen Kindernagellack zu besorgen und als sie mich wieder fragten, lackierten wir uns gegenseitig die Nägel und hatten richtig Spaß daran.

Das ist mitunter nur ein kleines Beispiel wie man die künstlich erworbene Geschlechterrollen umgehen kann. 

Sind wir uns mal ehrlich, sei es beim Gewand, Schnuller oder sogar Socken, die Geschlechtertrennung finden wir überall. 

Rosa für die braven Mädchen und blau für die wilden Buben? Können Mädchen nicht auch wild in Blau und Buben brav in Rosa sein? Ich bezweifle, dass die Meisten wissen, dass Rosa bis vor 90 Jahren noch eine Bubenfarbe war. 

So manchen Leuten fällt es schwer Buben mit Rosa und Mädchen mit Blau zu identifizieren. Ich jedoch tue mir in dieser Hinsicht, Gott sei Dank, recht leicht. Ich gewähre meine Buben rosa Kleidung, Nagellack, ja sogar Puppen und Puppenhäuser. Ich sehe keine Problematik Buben mit Mädchensachen spielen zu lassen und umgekehrt. 

Ganz im Gegenteil, ich finde es ist ein wichtiger Teil in der kindlichen Entwicklung sie selbst sein zu lassen, sie mit den Sachen spielen zu lassen, woran sie gerade Gefallen finden und nicht in eine vorgegebene Geschlechterrolle reinzustecken. Kinder sollten frei entscheiden können mit was sie gerne spielen möchten. 

Es muss nicht immer zwingend der Bagger für die Buben oder die Puppe für das Mädchen sein.

Natürlich ist es auch völlig in Ordnung für mich, wenn es der Bagger ist mit dem sie gerade spielen möchten. Egal mit was sie spielen möchten, die Hauptsache ist, das sie Spaß haben. 

Zum Schluss möchte ich noch gerne meine Meinung bzw. Erfahurng zum Thema Kleidung kundtun. Ich persönlich ziehe meinen Buben gerne altrosa Jeans mit einem coolen T-Shirt an, weil es natürlich auch in modischer Hinsicht toll aussieht. Aber auch hier lasse ich den Jungs freie Wahl. Es gab auch schon die ein oder andere Situation, dass in unseren Garten im Sakko auf der Baustelle gespielt worden ist. „Mama weißt du auch Bauarbeiter sind fesch angezogen“. Genau solche Momente zeigen mir als Mama wie wichtig die Vielfältigkeit in der kindlichen Erziehung ist und wie weit diese sich in die verschiedensten Bereiche ziehen kann. Wenn ich für die Buben einkaufen gehe, werfe ich durchaus auch einen Blick in die Mädchenabteilung und das ein oder andere Mal kommt auch ein gutes Stück mit nachhause. Sei es eine schöne Leggings oder ein cooles T-Shirt, wenn es uns gefällt, darf es gerne gekauft werden.  Neben, wie Anfangs erwähnt, eher negativen Blicken und Fragen, habe ich auch schon Komplimente zum Styling meiner Buben bekommen. 

Und falls die ein oder andere Frage bereits aufgetaucht ist, um eines mal vorab zu beantworten- nein ich möchte keine Mädchen aus meinen Buben machen. Ich bin eine glückliche und zufriedene Bubenmama, die sehr stolz auf Ihre rosatragenden Buben ist. 

„Zum Muttertag, zum Muttertag, sag ich dir, dass ich dich mag!“

Musst du deiner Mama auch immer eine SMS schreiben, ob du gut zu Hause angekommen bist? Ist ein Besuch bei deiner Mama gerne garniert mit Fragen zum Thema „Ich find das Internet auf dem Tablet nicht mehr“? Stellt sie dir auch immer ein Stück Kuchen zum Kaffee, obwohl du ausdrücklich gesagt hast, „heute nicht, danke“? Alles #TypischMama, oder? Hast du auch so eine liebenswerte Anekdote über deine Mama parat und möchtest du ein Muttertagsgeschenk – und zwar ein Milka Pralinen Package in der Limited Edition und einen Blumenstrauß – gewinnen? Dann musst du unbedingt bei unserem unten stehenden Gewinnspiel mitmachen.

 

Wie unsere Autorin Pamela Rußmann das Tochter- bzw. Muttersein erlebt und was für sie #TypischMama ist, erzählt sie uns hier:

Wie eine Mutter 

In meiner Küche gibt es ein Kastl, in dem sich ein paar Generationen von Tupperwaredosen in allen erdenklichen Formen, Größen und Farben zusammengerottet haben. Ich fühle mich von diesen praktischen Utensilien nicht übermäßig angezogen. Ich habe sie mir zugelegt, als ich Mutter geworden bin und plötzlich für Ausflüge aller Art und Ausdauer Apfelschnitze, Gurkenscheiben, Brote und Kekse in kleinkindgerechte, auslaufsichere Portionen abpacken musste. Meine Mama hat auch so ein Kastl. Ich sollte sie einmal fragen, seit wann.

Wenn meine Tochter von der Schule heimkommt, stelle ich ihr mit ehrlichem Interesse die gleiche Frage, die auch ich gestellt bekommen habe, nämlich „und wie war´s in der Schule?“, und meine Tochter quittiert die Frage mit derselben ehrlichen  Geste, mit der auch ich sie beantwortet habe: mit einem genervten Augenrollen inklusive Schultasche in die Ecke schmeißen. Ein Ritual, das irgendwann eingezogen ist im Haus und den Tag in zwei Hälften teilt.

Und dann gibt es die liebevollen Rituale, die die Kindheit strukturierten. In der letzten Sommerferienwoche durfte ich mit ihr ein neues Outfit für das neue Schuljahr shoppen gehen, bei Nachmittagsjausen verwöhnte sie mich und meine Freundinnen mit liebevoll gebastelten Spießchen, zu Ostern färbten wir Eier gemeinsam, zu Weihnachten durfte man erst ins seit Stunden versperrte Wohnzimmer, wenn das Christkind auf magische Weise das Glöckchen geläutet hatte. Am Muttertag bedankten wir uns mit selbst geschriebenen Gedichten, die sich nicht immer reimten, dafür waren die Blumen selbst gepflückt aus dem Garten.

Auch ich schaufelte meiner kleinen Tochter Reisberge auf den Kinderteller in Form von Eisbergen mit einer einsamen Erbse als Gipfelkreuz, nach wie vor basteln wir in der Vorweihnachtszeit Schneesterne für die Fenster, generell ist Dekoration im Jahreskreis zu einem Fixpunkt geworden in meinem Haushalt. Bin ich wie meine Mutter geworden? Oder ist das einfach #typischmama?

Pamela Rußmann

Als Mutter findet man sich in hübscher Regelmäßigkeit in Situationen wieder, die wenig glamourös sind. Situationen, an die man nicht denkt, wenn man versonnen und von Glückshormonen geflutet über den wachsenden Babybauch streichelt, auf der Picknickdecke liegt und hochmütig den fluchenden Müttern zulächelt, die ihrer Brut quer durchs Gestrüpp nachhechten, „Hannah, hör sofort damit auf“ brüllen und eindeutig zu lange schon keinen Friseur mehr aufgesucht haben. Passiert. Uns. Sicher. Nicht.

Einen Wimpernschlag in der Menschheitsgeschichte später findet man sich auf einer Parkbank wieder, wippt und schaukelt vor sich hin, auch wenn man kein Kleinkind auf dem Schoß zum Wippen und Schaukeln hält, es ist zur Gewohnheit geworden, der Körper macht das jetzt einfach so, und tauscht souverän in bruchstückhafter Kommunikation – „komm da wieder raus, du wirst total dreckig!“ – mit einer anderen erwachsenen Wippfrau Informationen von extraordinärer Bedeutung aus. Die Dealer-Mütter: ich geb dir, du gibst mir. Salben gegen Hautausschläge, Einschlaftricks, damit das Kind vor der Mutter einschläft, Kinderärzte mit den kürzesten Wartezeiten der Stadt, eben die Dinge, die die Welt vor dem Kollaps bewahren. Zwischendurch taucht ein Patschhandi aus dem Nichts auf, wischt sich die sandpanierten Finger in deine Hosenbeine, du schleckst über deinen Daumen und wischst dem Kindergesicht die Kekspampe von der Wange. Zum Glück realisiert dein durch Schlafentzug weichgekochtes Hirn nicht, dass du deinem Kind mit deiner Spucke das Gesicht sauber gemacht hast, wäh, ekelhaft, das absolute NoGo ist passiert, das wollten wir nie machen! Nie! Weil es gibt Grenzen! Oder?

Die Grenzen verlaufen vor allem zwischen den Generationen. Weil sie nicht dabei gewesen sind, werden die jeweils Nachgeborenen seit Jahrhunderten mit dramatisierter Zeitgeschichte erpresst:

Sowas hätt´s früher nicht gegeben.

Ich war auch mal so jung wie du.

Ich hätte mich nicht getraut, mit meiner Mutter so zu reden.

Ich hab nicht so lang aufbleiben dürfen wie du.

So viel Schokolade haben wir nie gekriegt.

Bis die lieben Kleinen auf die Idee kommen, die Eltern der Eltern zu fragen, ob sie wirklich so grässliche, unbarmherzige, spaßverderbende Kinderhasser gewesen sind anno dazumal, ist man aus dem Gröbsten raus und kann sich in der Zwischenzeit neue Strategien für den Alltag überlegen.

„Aber nur ausnahmsweise.“

Die Mutterschaft ist gespickt mit kleinen Schwindeleien, Notlügen und Ablenkungsmanövern. Natürlich dreht man den Kindern diskret den Rücken zu, wenn man sich eine halbe Tafel Schokolade gierig in den Schlund stopft! Alles müssen die Kinder ja wirklich nicht sehen. Natürlich besteht man darauf, dass regelmäßig warme, vollwertige Mahlzeiten eingenommen werden! Dass, sobald die Kids auf Oma-Urlaub oder Schullandwoche sind, als erstes die Küche geschlossen wird und man sich die bestellte Pizza um halb zehn am Abend auf der Couch gönnt, während man am Laptop die neueste US-Serie bingewatched, ist völlig irrelevant, weil wir sind ja erwachsen, wir dürfen das. Parallelgesellschaften gibt es nicht? Ach was, die gibt es in jeder 3-Zimmer-Wohnung mit mehr als einer Generation darin.

Pamela Rußmann

Und dann gibt es da noch andere, völlig irrationale Situationen, an die man nicht denkt, wenn man im Watschelgang dem Geburtstermin entgegenwankt und auf die einen keiner vorbereitet hat und die dein Herz wärmen, wie sonst nichts auf dieser Welt. Dass man vor lauter Liebe um das Kind herumschmelzen könnte, wenn es immer und immer wieder versucht, einen Purzelbaum ohne deine Hilfe zu schaffen. Oder wenn du in den Rückspiegel schaust und siehst, dass dein Kind erschöpft von einem Sommertag auf der Heimfahrt im Auto im Kindersitz eingeschlafen ist. Oder wenn es dich staunend ansieht, weil du das scheinbar für immer kaputte Lieblingsspielzeug ruckzuck mit ein paar Handgriffen repariert hast. Wenn das Kind fiebrig an dir klebt und nur von dir eine Geschichte vorgelesen bekommen will und dich selig ansieht, weil du die Tierstimmen so toll nachmachen kannst. Weil das Kind sagt, dass das Essen bei dir zuhause einfach am besten schmeckt. Und dann denkst du nach, von wem du das alles eigentlich gelernt hast? Und kommst drauf: von der besten Mama der Welt. Von meiner Mama.

Pamela Rußmann

Willst du deiner Mama zum Muttertag am 14. Mai DANKE sagen? Dann mach doch bei unserem MILKA GEWINNSPIEL mit:

Was musst du dafür tun?

Auf Muttertag.milka.at kannst du unter dem Hashtag #TypischMama und #milka erzählen, warum deine Mama so einzigartig ist und welche liebenswerte Angewohnheit sie ganz besonders macht.

Oder erzähle deine persönliche #TypischMama Geschichte auf Instagram und tagge zu den, schon genannten Hashtags #TypischMama und #milka, unbedingt noch @salon.mama.

Zu Gewinnen gibt es: 3x Milka Pralinenpackages und 3x Blumensträuße.

Das Gewinnspiel endet am 14.05.2017 Der/Die GewinnerIn wird schriftlich via Facebook/eMail verständigt.
Alle Details zu unseren Teilnahmebedingungen könnt ihr hier nachlesen.

Freuen uns auf eure #TypischMama Geschichten!

In freundlicher Zusammenarbeit mit Milka. 

Gute Vater-Tochter-Beziehung? Was Väter über ihre Mädchen wissen sollten

Vater Tochter Beziehung

Die Rechnung ist ganz einfach: kleine Mädchen lieben ihre Papas! Sie schauen zu ihnen hoch, denn sie werden zum Vorbild Mann, wenn es später um den einen Richtigen in ihrem Leben geht. Ja, eines Tages wird euer kleines Mädchen, das um euch herumtanzt, erwachsen sein. Achtet daher früh genug auf eine gute Vater-Tochter-Beziehung!

Wie du mich liebst, so werde ich mich selbst lieben

Gegengeschlechtliche Beziehungen zwischen Mutter/Vater und Sohn/Tochter sind vermehrt mit Anerkennungssuche und Vorbildfunktion gespickt. Vor allem ab dem 3. Lebensjahr suchen Kinder vorwiegend die Anerkennung des gegengeschlechtlichen Elternteils. Verständnisvoller Umgang ist daher die erste gute Ausgangssituation.

Mein Maßstab dafür, wie ich behandelt werden soll, ist wie du Mama behandelst.

Ganz egal ob Eltern verheiratet sind oder in wilder Ehe leben – für Kinder zählt bloß der liebevolle Umgang unter den Partnern. Sie beobachten soziales Verhalten und kopieren es am Ende. Wie Frauen sich von ihren Männern behandeln lassen sollen, lernen sie zuallererst von ihren Vätern.

Jedes Mal, wenn du mich gut behandelst, lerne ich, der Welt mehr zu vertrauen.

Die wohl wichtigste Fähigkeit, die Kinder von ihren Eltern erlernen können, ist das Urvertrauen in die Welt. Sie ist die Basis positiven Denkens und der Liebe.

Bitte sprich über Sex nicht wie ein Teenager, sonst denke ich, dass es etwas Schmutziges ist.

Kinder hören mit! Immer. Die Wortwahl ist auch unter Erwachsenengespräche (vor allem beim Thema Sex) mit Vorsicht zu wählen. Unangebrachte Sprüche über die Sexualität haben in Kindernähe nichts verloren.

Wie du über den weiblichen Körper redest, wenn du Witze machst, prägt meine Selbstwahrnehmung.

Der Vater in der männlichen Vorbildrolle prägt auch das Frauenbild des Mädchens. Herablassende Witze über Äußerlichkeiten sollten daher vermieden und positive Werte stattdessen hervorgehoben werden. Denn so wird sie sich später als Frau orientieren.

Bring mir die Liebe zur Kunst, zur Wissenschaft und zur Natur bei und ich werde lernen, dass der Intellekt wichtiger ist als die Kleidergröße, die sich trage.

Die Wahl der richtigen und kindergerechten Werte sollten gut gewählt und zusammen mit der Tochter als gemeinsame Freizeitbeschäftigung ausgeübt werden. Gemeinsame Erlebnisse und das vom Vater Erlernte, vertieft die Vater-Tochter-Bindung enorm.

Entzug

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Urlaub mit der guten, alten Freundin, zusammen mit unseren Kindern, also meinen Buben und ihren Mädels. Das versprach Gaudium und ein Bollwerk der herrlichen ewigen Bande, die wieder geknüpft werden, durch die Erlebnisse und die viele Zeit miteinander, bei uns und bei den Kindern. Dachte man sich buchte. Die Anfahrt war lustig und problemlos, weil getrennt. Dann wurden die Zimmer in dem Bauernhof beäugt und aufgeteilt, man trat großzügig zurück und nahm das Zimmer ohne Aussicht, dafür mit Kuhgeruch.

Meine Buben packten ihre kleinen Rucksäcke aus und begannen die Reste von dem Überraschungsei, dem Gummizeug, sowie dem Mannerschnittengatsch, also der Ausbeute von den ganzen Pausen an den Raststationen, zu mampfen. Mit vollen Backen schlenderten sie in den Gemeinschaftsraum und checkten, ob man dort an der Glotze auch über Adapter den PC anschließen kann. Wegen Youtube und so.

Da fiel mir eine gewisse Dünnlippigkeit im Gesicht meiner Freundin auf. Und die geweiteten Augen ihrer Kinder. „Wir müssen reden“, sagte sie und verliess’ den Raum. Ich folgte, gebückt. Und bekam zu hören: ihre Kinder dürfen keine Süssigkeiten haben, nie, niemals, nicht einmal Nachspeisen, auch keine warmen Mehlspeisen, nichts, nada. Zucker ist der Tod. Des weiteren sind die Bildschirmaktivitäten bei ihren Töchtern auf Kino einmal im Monat beschränkt, aber nur bei Prädikat wertvoll. Während ich versuchte, das Gelächter nicht schallend werden zu lassen, suchte ich verzweifelt ihre Augen nach Ironie ab. Immerhin war sie die Freundin aus den Jugendtagen, die mich mit 13 zu den Poppern aus dem Kaff geschleppt hat, um denen beim Wundbenzin sniffen zuzusehen. Mit der ich viele Vormittage im Keller ihrer Eltern verbracht habe, in den wir an unliebsamen Schultagen vom Garten aus seelenruhig eingebrochen sind, um stundenlang MTV zu schauen. Wo war die Person hin? Weg war die. Sie meinte das ernst. Mich fröstelte. Wie genau sollte ich Urlaub machen mit zwei Kindern auf Zucker- und Screenturkey? Ich war tot.

Die ersten zwei Stunden waren grauenhaft. Meine Kinder bekamen von mir zu hören, dass die anderen nichts dürfen und sie solidarisch sein müssten. Sie suchten ihrerseits vergeblich meine Augen nach Ironie ab und verfielen sodann in eine Art jammerndes Gejohle, es erinnerte leicht an die Trauerweiber bei Begräbnissen auf dem Balkan. Danach versuchten sie mich mit Versprechungen zu bestechen, dann zu bedrohen und zum Schluss lagen zwei gebrochene junge Menschen auf ihren karierten Decken und besprachen den Sinn ihres Daseins. Also generell und das in dem Kuhkaff.

Alle gingen recht früh schlafen, wir Erwachsenen vorrangig, um das heikle Thema nicht anrühren zu müssen. Am nächsten Tag, nach dem cerealien- und nutellabrotfreien Frühstück waren wir schon bei Öffnung der Seilbahn an der Station, um den Tag zu beginnen, möglichst weit weg von Orten mit Süssigkeiten oder Bildschirm. Bei der Jause stürzten sich die Kinder auf die Bananen, ihre Lippen zuzelten an jedem Millimeter, der Fruchtzucker hergab. Wir wanderten uns mehrere Wölfe, um die Kinder dann völlig erledigt in ihre Betten schicken zu können. Und gingen auch schlafen, sicher war sicher, nur keine Wellen.

Die Tage gingen so dahin, aber langsam, ganz langsam entspannte sich die Lage. Die Kinder bekamen rote Backen und siehe da, sie begannen sich in ihrer unendlichen Langeweile für Dinge wie Blumen pflücken, Kränze binden und auf Bäume kraxeln zu interessieren. Es wurde Karten gespielt und Backgammon. Nach 6 Tagen, also an dem Abend vor der Heimreise, öffneten meine Freundin und ich zum ersten Mal eine Flasche Wein. Die Differenzen mussten ja doch weg, der stumme Vorwurf, daß ich meine Kinder verzuckere und bildschirmverblöde und sie mir im Gegenzug viel zu soldatisch an die Thematik heranging, stand ja immer noch im Raum. „Naja,“ lallte sie nach dem 3. Viertel. „Manchmal kriegen sie schon eine Schoki, aber nur wenn sie mich mit einer erwischen.“ „Aha,“ lallte ich zurück, „und wann war das zum Beispiel.“ „Also hier jeden Abend,“ lallte sie zurück. „Hihi. Ist in dem Urlaub ein Ritual geworden.“ „Und dir, Kuh, habe ich das schönere Zimmer gelassen. Lug! Betrug!“ rief ich und torkelte, wutentbrannt und so geradlinig es ging, in mein Zimmer.

Oh, ich war böse. Nicht nur, dass meine Kinder um ihren Junk betrogen wurden, auch ich habe mich an die Prohibition gehalten und ich wollte doch so gerne einfach nur wieder einmal fernsehen, irgendwas, Werbung, egal. Und am nächsten Tag fuhren wir heim. Meine Kinder fielen ihrem Vater in die Arme, mit den Worten, dass sie so einen coolen Urlaub gehabt hätten, sie hätten so viel Tolles erlebt wie noch nie. Oh, dachte ich mir. Mir dämmerte, vermutlich, weil ihre Gehirne einmal nicht verklebt waren und sie ihre Zeit mit Realität füllen mussten.

Und dann rief meine Freundin an. Wir gingen was trinken. Sie erlaube ihren Kindern jetzt am Wochenende Fernsehen. Und Schokolade, manchmal, zur Feier des Tages. Und wir fahren nächstes Jahr wieder in den, nennen wir ihn „Betty Ford“ – Entzugs - Urlaub. Mit genehmigten Ausrutschern in die verbotene Welt. Aber diesmal bekomme ich das Zimmer mit Aussicht.

Die Sache mit der Freiheit

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Guten Morgen. Tagesmutter: Kind 1 abgeben, Kindergarten: Kind 2 abgeben, zur Arbeit fahren, rödelrödel, Mittagessen, rödel, Panik, nichts fertig, Tagesmutter: Kind 1 abholen, Kindergarten: Kind 2 abholen, Park, öde, Spaß für die Kinder, zu viel Kaffee, nach Hause, Abendchose, alle müde, beim Zähneputzen doch einmal gebrüllt, Mist, Kinder schlafen. Gute Nacht. Guten Morgen. Tagesmutter: Kind 1 abgeben, Kindergarten: Kind 2 abgeben, und so weiter und so fort.

Keine Spontaneität, alle erleben alles, nur man selber nichts, nie schläft man gut, dauernd ist irgendetwas. Und da passiert es. Die Freundin ruft an und erklärt, dass die Augenringe, die man in letzter Zeit spazieren trägt unzumutbar wären für das Umfeld, sie zieht nun die Kinder ab, beide, also auch das mit den Windeln, für zwei Tage. Keine Angst, sie werden es schön haben, sie sind am Land mit Kühen und Katzen. Und man solle einfach nur Dinge tun, die einem gut tun. Frei, zwei Tage, ohne jemanden emotional oder mit Geld erpresst zu haben. Das ist es, wovon Mütter in ihrem Alltag wachträumen. Genau das sollten sie auf diesen ganzen Rubbellosen als Hauptgewinn draufschreiben, man würde sie kiloweise kaufen.

Die Kinder werden also abgeholt. Man kreischt ein wenig hinter der zugeschlagenen Tür. Da ist sie, süsse Freiheit! 48 Stunden. Was tun jetzt? Massage, Yoga, Volleyball, Freunde treffen, auch die von früher, vorausgesetzt es erinnert sich noch irgendjemand an einen. Außerdem das eine Buch lesen, die Laufschuhe einweihen, shoppen gehen, gibt es ein wichtiges Konzert vielleicht, geht sich ein Pragwochenende aus, waren die Festwochen schon oder tut sich gerade aktuell jetzt irgendetwas, was man diesmal endlich einmal nicht versäumen wird? Keuch. Und dann kriecht es heran, das Unbehagen. Die strukturgebende Agenda der unumstößlichen ToDos ist am Land bei den Kühen und bei den Katzen. Man steht überfordert in diesem Meer an Zeit.

Onlinebanking erledigen. Bisschen Wäsche aufhängen. Das wäre eine Idee. Überhaupt, vielleicht fällt einem beim Haushalt machen ein, was jetzt nett wäre. Die Bügelwäsche schaut mahnend, schon lange eigentlich, da kann man daneben doch ein bisschen Serien schauen. Orange ist the new black, Breaking Bad, Unbreakable Kimmy. Am nächsten Tag später sitzt man in der durchgebohnerten Wohnung mit einem Kopf groß wie eine Melone vor lauter Bildschirm und weint. Man vermisst die Kinder. Man hat keine Telefonnummern mehr. Man weiß nicht was einem gefällt. Man hat doch nur mehr einen Tag, da zahlt sich doch gar nichts mehr aus.

Ein letztes Aufbäumen, man schleppt sich ins Kino, in den falschen öden Film, mit der Freundin, die ausgerechnet jetzt Liebeskummer hat und einem unlustig das Ohr so lange abkaut, bis man endgültig Migräne bekommt. Man trinkt trotzdem trotzig zu viel Spritzwein. Die Nacht hängt man über der Klomuschel. Der Morgen beginnt zu grauen, im wahrsten Sinne, denn während man die ganzen Tricks wie Bloody Mary, Samarin, Espresso mit Zitrone und 2x Kopfwehpulver ausprobiert, sie dann eh’ gleich wieder von sich gibt und dann Kamillentee schlürft, tickt der Zähler. Nur mehr 4 Stunden, dann kommen die Kinder, sie werden gnadenlos sein, sie werden einem das Weiße aus den immer noch geröteten Augen nehmen. Man soll funktionieren und sich für die Freundin möglichst erholt und für die Kinder möglichst wenig verstörend verhalten.

Man beginnt Butterkekse zu knabbern und blättert in der Illustrierten, die eine Bekannte vor eineinhalb Jahren hier vergessen hat. Oh. Man trägt wieder Leggings. Naja, wahrscheinlich inzwischen auch wieder nicht mehr. Ein Nickerchen folgt. Jetzt geht es besser. Katerfrühstück – ein fettes Omelette und viel Wasser. Es läutet. Die Kinder erwartet die strahlende Mami, deren Erlebniswillen sich wieder gut reduziert hat, in einem nach gutem Essen duftenden TipTop-Zuhause. Man freut sich wirklich über die Kleinen, die nach Kuhflade riechen und laut durcheinandergackern. Man fühlt sich erleichtert. Man ist glücklich. Weil man weiß, was nun zu tun ist. Das andere Erwachsenenleben, das kommt schon wieder, eines Tages.

Also dann!

Guten Morgen. Gute Nacht.