Coole Familientipps für Mauritius – mit Kind und Kugel im Paradies


Heute verrät uns Vanessa in ihrem Gastbeitrag ein paar echt coole Familientipps für die Trauminsel Mauritius. Sie ist Hotelscout und Autorin bei der Little Travel Society, dem Portal für coole, kinderfreundliche Unterkünfte und Minireiseführer für Familien. Das reisewütige Team der Little Travel Society ist für Euch weltweit auf der Suche nach besonders schönen Orten und Domizilen, wo Ihr auch mit Kindern willkommen seid.

Darum ist Mauritius nicht nur für Flitterwöchner, sondern auch für Familien ein perfektes Reiseziel!

Meinen Mann und mich plagte im deutschen Winter mal wieder ordentlich das Fernweh! Der Zeitpunkt war jedoch leider denkbar „ungünstig“. Schwanger und mit Zweieinhalbjährigem im Gepäck – da reduziert sich der Reigen der passenden Fernreiseziele deutlich. Aber Mauritius bot zum Glück genau den Mix aus Exotik und Sicherheit, den wir als junge Familie brauchten. Es gibt kaum Giftiges und Gefährliches in Fauna und Flora, der Einstieg ins Wasser ist ob der Korallenriffe meist flach und strömungsarm. Die Zeitverschiebung zu Deutschland beträgt gerade mal zwei Stunden. Mauritius gilt außerdem (derzeit) als Malaria – und Zikavirus-frei und Ihr braucht keine speziellen Impfungen! Wichtig für Frostbeulen: Der Ozean ist das ganze Jahr über badewannenwarm und auch im mauritischen Winter (Juni-August) klettert das Thermometer auf angenehme 25-28 Grad. Von Januar bis März ist es zwar am heißesten und es ziehen gelegentlich Zyklone über die Insel – davon wurden wir jedoch zum Glück verschont und haben auch in dieser Jahreszeit Traumwetter vorgefunden.

Und die Atmosphäre auf dieser Insel ist eine ganz besondere! Denn auf Mauritius lebt ein Potpourri aus vielen verschiedenen Kulturen und Religionen friedlich miteinander. Das macht auch die Verständigung mit der super herzlichen – und vor allem unglaublich kinderfreundlichen! – Bevölkerung sehr einfach. Die Umgangssprache ist zwar Morisyn, eine auf Französisch basierende Kreolensprache. Die meisten auf Mauritius sprechen jedoch auch Französisch und (die Amtssprache) Englisch. Und überteuert fanden wir die Trauminsel übrigens auch nicht. Die Preise ähneln dem deutschen Niveau.

Mauritius mit Kindern – Hinkommen und Rumkommen

Ich gebe zu: Ein 12-stündiger Flug mit Kleinkind und Dickbauch machte uns zunächst Sorgen. Diese waren aber völlig unbegründet. Unser Nachtflug in der Nebensaison war nicht nur günstiger als in der Hauptsaison, sondern auch noch viel bequemer. Die Flüge waren nicht komplett ausgebucht – so hatten wir sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückflug eine Vierer-Reihe für uns allein! Austrian Airlines war außerdem richtig kinderfreundlich – gleich nach dem Einstieg gab es zum Beispiel für den Mini eine Spiele-Box.

Vor Ort nehmt Ihr Euch am besten einen Mietwagen (Achtung Linksverkehr!) oder gönnt Euch für Ausflüge ein Taxi (kostet 50-60 Euro/Tag). On top bekommt Ihr dann nämlich bestimmt einen netten Taxifahrer als Touri-Guide dazu. Bei uns war es jedenfalls – nach einer kurzen Fahrt zum Supermarkt – mit dem Taxifahrer George Liebe auf den ersten Blick. Im Kindersitz seines Enkels kutschierte George unseren Sohn und natürlich uns kreuz und quer über die Insel und passte sogar auf den schlafenden Mini auf, wenn wir schnell im Supermarkt was besorgen wollten. Wer sich auf ein echtes Mauritius-Abenteuer einlassen möchte, kann aber auch für 50 Cent mal einen öffentlichen Bus nehmen. Diese kunterbunten Gefährte heizen mit einem noch bunteren Publikum meist ohne Fenster über die Insel und halten gefühlt alle 100 Meter.

Wir haben uns fürs Wohnen übrigens bewusst für den Norden Mauritius entschieden, weil dort ganzjährig ein windstilles und regenarmes Mikroklima herrscht – mit bester Infrastruktur. Die Supermärkte sind gigantisch groß und haben alles, alles, auch Pampers ;).

Familien-Urlaub auf Mauritius – Wo schön und kinderfreundlich schlafen?

© Attitude Hospitality Management Ltd.

Auf Mauritius gibt es natürlich einige Adults-Only-Hotels (und auch Restaurants), in denen verliebte Paar unter sich bleiben wollen. Zunehmend entdeckt die Insel aber auch Familien für sich als Zielgruppe. Zum Glück! Denn für uns wurde im Zilwa Attitude Hotel ein Familien-Inseltraum wahr! Das lässige Strandhotel ist nicht nur super schick mit seiner luftig-leichten Architektur, es bietet auch noch einen kreativen Kids-Club, 5 hervorragende Restaurants, Pools und Spa – das alles keine paar Meter vom Strand entfernt. Das einheimische, kreative Familienunternehmen handelt noch dazu nachhaltig. Mit der Mission „Otentik Attitude“ steht hier zum Beispiel statt Kinderdisco kreolisch Kochen auf dem Programm und für die Erwachsenen gibt es eine Ausflugs-App „Mauritius entlang unentdeckter Pfade“. Das Zilwa Attitude liegt allerdings ein wenig abgelegen und Ihr müsst mindestens Halbpension buchen – fanden wir beides nicht schlimm (das Essen ist zudem hervorragend!), solltet Ihr aber wissen. Wer nicht gern in Hotels wohnt, findet auf Mauritius aber auch ganz sicher sein Glück – und zwar in den sogenannten „Serviced Villas“. Denn wer würde nicht mal gern in einem eigenen Haus mit Privatstrand, Koch, Aufräum- und Putzservice urlauben? Und da die Menschen auf Mauritius sehr kinderfreundlich sind, fungiert die Köchin oft gleichzeitig auch noch als Babysitterin. Schaut Euch zum Beispiel mal die Villa Bigarade  oder die Villa Bougainvilliers an. Wenn Ihr eines der Häuser mit einer befreundeten Familie mietet, wird es noch dazu auch gar nicht teuer. Mit 100-200 Euro/Nacht pro Familie seid Ihr dann mit allem drum und dran schon dabei.

Familienausflüge auf Mauritius

Eines ist sicher: Es lohnt sich in jedem Fall, auch mal aus der Hängematte aufzustehen, um die Insel zu erkunden! Neben Tauchgängen zu einem der größten intakten Korallenriffe der Erde könnt Ihr Im Landesinneren auch Höhen erklimmen, zum Beispiel im Black River National Park. Da diese Aktivitäten schwanger und mit Kleinkind im Schlepptau nicht ganz optimal sind, haben wir jedoch noch ein paar familientauglichere Alternativen für Euch:

Auf den Spuren der Vergangenheit – Kolonialvillen und alte Hindu-Tempel besichtigen

Der Inselstaat Mauritius ist erst seit 1968 unabhängig. Davor war die Insel erst in niederländischer, dann in französischer und zum Schluss in britischer Hand. Da die Insel vor ihrer Entdeckung 1505 unbewohnt war, setzt sich die Bevölkerung vornehmlich aus Indern, Afrikanern und Chinesen zusammen. Diese bunte Geschichte blitzt heute noch in Form von wunderschönen altehrwürdigen Gebäuden überall durch. Einen Ausflug sind zum Beispiel die vielen schönen Kolonialvillen der Tee- und Zuckerrohrplantagen wert. Wir haben das Chatêau de Labourdonnais  und die Domaine des Aubineaux  besichtigt und waren hingerissen.  Den ältesten Hindu-Tempel der Insel, den Maheswarnath Siv Mandir Tempel von 1891, könnt Ihr in Triolet – in der Nähe des schneeweißen Strandes Trou aux Biches – besichtigen. So könnt Ihr einen Ausflug dorthin mit einem kinderfreundlichen Strandtrip verbinden. Unser Zweijähriger fand übrigens die Räucherstäbchen im Tempel am spannendsten…

Fische gucken – das geht auf Mauritius fast überall!

Wenn Eure Kinder noch zu klein sind, um zu schnorcheln oder gar zu tauchen, empfehle ich Euch einen Ausflug in das kleine Aquarium an der Coastal Road in Pointe aux Piments. Es ist zwar ein wenig in die Jahre gekommen, bietet aber eine beeindruckende Vielfalt an Meeresgetier und ist nicht überlaufen. Das Highlight ist auf jeden Fall die tägliche Fütterung der Karettschildkröten und Haie um 11 Uhr morgens, bei der wir sogar die einzigen Gäste waren! Ein weiterer Höhepunkt für unseren Sohn war natürlich unser Trip mit dem Glasbodenboot zum Korallenriff. So viel buntes Gewimmel unter den Füßen! Wenn Ihr im Zilwa Attitude Hotel wohnt, könnt Ihr Eure Glasbodenboot- oder Katamaran-Tour übrigens direkt vom Hotel aus starten. Alle anderen schauen sich zum Beispiel in der Bucht von Grand Baie um – dort gibt es mehrere Anbieter solcher Touren.

Strand-Hopping – die schönsten Buchten für Familien

Klar! Man fliegt nach Mauritius vor allem wegen der Strände. Und davon gibt es hier genug – einer schöner als der andere. Vor allem sonntags geht’s an den öffentlichen Stränden kunterbunt zu: mauritische Familien picknicken, plaudern, lachen – und wenn Ihr Glück habt, seht Ihr sie sogar den mauritischen Volkstanz Sega tanzen! Fürs nachmittägliche Strand-Hopping sind übrigens am besten die Strände im Westen geeignet, wo Ihr dann abends die schönsten Sonnenuntergänge erleben könnt! Neben den drei kleinen süßen Buchten im Hotel waren für uns folgende öffentliche Strände echte Highlights:

  • Die Bucht von Péreybère: In dieser kleinen Traumbucht außerhalb des Trubels vom Touri-Ort Grand Baie fällt das türkise Wasser seicht ab und es gibt einige schattenspendende Bäume – perfekt für einen Besuch mit Kindern! Ihr findet hier einige Bistros, aber keinen Sonnenschirmverleih!
  • Trou aux Biches: Dieser kilometerlanger, von Kasuarinen gesäumte Strand eignet sich perfekt für einen Abendspaziergang mit Aussicht auf die untergehende Sonne. Wir fanden besonders den letzten, nördlichen Abschnitt bei Mon Choisy ganz wunderbar – wo die Bebauung aufhört und der richtige Naturstrand anfängt. Ihr solltet hier aber unbedingt wegen der scharfkantigen Korallenstücke an Badeschuhe denken. Natur pur halt!
  • Pointe d’Esny: Dieser Strand im Süden gilt als der schönste der Insel! Auf 1,2 km Länge weißer Sand – ohne Steine – und türkiser Ozean soweit das Auge reicht. Auch hier müsst Ihr Euch aber Proviant und Sonnenschutz selbst mitbringen. Wer nach mehr Leben und Infrastruktur sucht, fährt zur benachbarten Blue Bay.

Essen und Trinken auf Mauritius – kunterbunt mit Wow-Aussicht

Das Essen auf Mauritius ist ein exotischer (und köstlicher!) Mix aus Indisch, Chinesisch, Französisch und Afrikanisch. Keine Panik – wer heikle Kleine im Schlepptau hat, wird aber auch Pommes und Pasta überall finden.

Im Norden der Insel fanden wir das bei den Einheimischen beliebte Palm Beach Café am Ortsstrand von Péreybère ganz wunderbar als Schattenpause. Das Interieur ist zwar nun wirklich nicht fancy, die Aussicht aber dafür umso mehr und das Preis-Leistungs-Verhältnis für die leckeren Snacks stimmt einfach.

Für einen schönen Sonnenuntergang solltet Ihr auf jeden Fall in einer der hippen Bars vom kinderfreundlichen Veranda Pointe aux Biches Hotels im Nordwesten der Insel einkehren. Und im Südwesten im Strand-Restaurant The Bay in Riviére Noire  für einen Sundowner mit Aussicht oder zum Dinner – die Fusion Küche ist hier mega lecker. Bringt am besten ein Eimerchen und ein Schäufelchen mit! Dann können die Kinder in Sichtweite buddeln, während Ihr zu Ende schlemmt.

Shopping-Tipps auf Mauritius für Mama? Naja…

Eins vorneweg: Bevor Ihr eine der Malls ansteuert oder auf der Meile in Grand Baie shoppen geht, bleibt lieber an Eurem Traumstrand liegen. Ich fand sowohl die charmebefreiten Malls als auch Grand Baie ganz schlimm – die üblichen internationalen Marken zu den üblichen internationalen Preisen eben. Wenn Ihr aber ein schönes und authentisches Andenken mitnehmen möchtet, seid Ihr bei Brigitte Charoy in Pointe aux Canonniers gut aufgehoben. Die Designerin verkauft hier wunderschöne Tuniken, Blusen und Kleider für die Mamas und bezaubernde Kinderkleidung aus Leinen, Baumwolle und Strick für die Kleinen. Alles natürlich selbst genäht. Fotografie und Kunst – u.a. des bedeutenden mauritischen Malers Malcolm de Chazal – gibt’s in der Galerie du Moulin Cassé in Péreybère zu kaufen. Die Galerie befindet sich in einer restaurierten Zuckerfabrik mit wunderschönem Garten und lohnt sich auch „nur zum Gucken“ – denn Schnäppchen werdet Ihr hier nicht finden. Macht aber lieber vorher via Facebook einen Termin aus – es gibt keine festen Öffnungszeiten.

So! Das waren sie – meine persönlichen Tipps für einen entspannten Familienurlaub auf der Trauminsel Mauritius. Wenn Ihr noch weitere Inspirationen für eine (Fern)-Reise mit Kindern und Babys sucht, schaut auch Mal bei uns auf dem Blog bei „Urlaub mit Baby – wohin?“  oder „Fernreisen mit Kindern“ vorbei.  Ihr werdet sicher fündig!

Grüßt uns auf jeden Fall das schöne Mauritius wenn Ihr am weißen Sandstrand liegt!

Eure Vanessa und die Little Travel Society

Fotos: Vanessa Bujak

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