Mama Talks: Sabrina und die Freude auf den Alltag zu viert

Mama Talks - Salon Mama - Pamela Rußmann

2002, lange bevor sie selber Mutter wurde, hat die Fotografin Pamela Rußmann begonnen, schwangere Frauen zu fotografieren. Seitdem porträtiert sie Jahr für Jahr in achtsam vorbereiteten und ausgeführten Fotoshootings eine Vielzahl von Frauen und hat nicht nur ein enorm umfangreiches Bildarchiv aufgebaut, sondern sich durch die Beschäftigung und die vielen Gespräche mit schwangeren Frauen auch inhaltlich intensiv mit den Veränderungen und emotionalen wie seelischen Ebenen auseinandergesetzt.

Exklusiv für Salon Mama hat die Fotografin & Journalistin Pamela Rußmann nun eine Reihe konzipiert, in der sie ihre bisherige Arbeit des Fotografierens von schwangeren Frauen um eine Ebene erweitert, nämlich: das Wort.


In unserem fünften Interview (Mama Talks VOL 1, Mama Talks VOL 2, Mama Talks VOL 3, Mama Talks VOL 4) sprechen wir mit Sabrina, die mit 34 Jahren ihr zweites Kind erwartet. Sie hat sich bewusst für ein Leben „im Grünen“ entschieden und freut sich darauf, dass ihre ältere Tochter bald eine kleine Schwester zum Spielen bekommt.

Eckdaten: 

  • Vorname: Sabrina
  • Alter:  34
  • Beruf: AHS-Lehrerin
  • Wievieltes Kind: 2.
  • Fotos aufgenommen in der 36. Schwangerschaftswoche
  • Wohnort: Korneuburg / Niederösterreich
  • Familienstand: verheiratet

Mama Talks

Liebe Sabrina, in wenigen Wochen schlüpft deine zweite Tochter – welches Wort/welcher Satz beschreibt am besten, wie du dich momentan fühlst?

Ich bin schon sehr gespannt und neugierig auf Livia. Auch darauf, wie die Geburt dieses Mal ablaufen wird, wie sich unsere Große mit ihrer kleinen Schwester tun wird und wie schnell sich der Alltag zu viert einstellen wird.

Wie erlebst du diese zweite Schwangerschaft? Viele Frauen erzählen mir, dass der zweite Babybauch weit weniger Aufmerksamkeit bekommt als der erste…

Es ist tatsächlich so: die zweite Schwangerschaft geht irgendwie an einem vorbei. Es ist ja nicht mehr neu, man kennt das ja alles irgendwie schon. Auch mein Mann empfindet diese zweite Schwangerschaft als weniger aufregend als die erste. Und man hat ja noch das ältere Kind, da kann man sich leider nicht immer ausruhen, wenn man es gerade bräuchte.

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Deine Erstgeborene ist schon im Kindergarten – wie reagiert sie auf den Familienzuwachs?

Alina weiß, dass ihre kleine Schwester in Mamas Bauch ist und redet immer wieder mal von ihr. Seit ein, zwei Wochen sagt sie sehr oft, dass sie Livia schon hört und dass sie bald kommt. Sie scheint sich also auf ihre kleine Schwester zu freuen. Oliver und ich sind schon sehr gespannt, wie sie sich dann tut, wenn Livia wirklich da ist.

Die Große ist bereits ein bisschen selbstständig, spielt schon mit Freundinnen, ist mit den Großeltern unterwegs usw. – und nun beginnt wieder die Zeit, wo du als Mama rund um die Uhr mit ganzem Körpereinsatz gefragt bist. Was wirst du anders machen als beim ersten Kind?

Ich glaube, dass ich insgesamt nicht so viel anders machen werde, weil es mit Alina doch recht gut geklappt hat. Aber ich hoffe, dass ich dieses Mal etwas entspannter an die ganze Sache ran gehe. Bei Alina war ich schon recht unsicher beim Stillen und ob sie genug trinkt. Da hab ich mir sicher viel zu viele Gedanken gemacht.

Dein Mann lebt also bald mit 3 Frauen unter einem Dach. Wie sieht er der Zukunft mit so viel Frauenpower im Haus entgegen?

Oliver sieht sich als Hahn im Korb. Seit Beginn der Schwangerschaft hat er sich eigentlich eine zweite Tochter gewünscht. Alina kann ihren Papa jetzt schon gut um den Finger wickeln, und ich glaube, dass es bei Livia nicht viel anders sein wird.

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Vor den Kindern hast du in Wien gewohnt und gearbeitet, nun lebt ihr in einer niederösterreichischen Kleinstadt, idyllisch mit Haus und Garten. Wolltet ihr bewusst die Kinder „im Grünen“ aufwachsen lassen? Mit möglichst wenig Beton und möglichst viel Bewegungsfreiheit?

Ja, Wien war schon toll während dem Studium, aber mit Familie ist es hier „am Land“ doch viel einfacher und angenehmer. Oliver und ich kommen ja beide aus Korneuburg, haben hier Familie und Freunde. Daher fiel es uns nicht sonderlich schwer, uns fürs Hausbauen hier zu entscheiden. Und es ist einfach genial, wenn man nur die Tür aufmachen muss und schon mitten im Grünen, zwischen den Feldern ist und nicht erst, wie in Wien, etwas gehen oder vielleicht sogar fahren muss, um zu einem Park zu gelangen. Und Alina liebt es im Garten zu spielen und sich auszutoben, das wäre in Wien oftmals so nicht möglich. Und der große Vorteil von Korneuburg ist ja, dass es wiederum so nah bei Wien ist, da ist es für uns eigentlich nur ein Katzensprung, bis wir in der Innenstadt sind.

Du bist Lehrerin an einem Gymnasium – ich sag gern halb im Scherz, halb ernst, dass man eigentlich eh nur als LehrerIn Kinder kriegen kann, weil dann hat man zur selben Zeit frei wie die Kinder Ferien haben, zum Beispiel im Sommer…wie siehst du das? Ist das ein familienfreundlicher Job, den du hast?

Also was die Ferien betrifft, definitiv. Da muss ich mir nie Gedanken machen, wer sich denn in den vielen freien Wochen um meine Kinder kümmert. Wenn alles nach Stundenplan läuft, dann bin ich auch meistens mittags bzw. am frühen Nachmittag zuhause. Das ist natürlich toll. Und da kann ich mir dann ja selbst einteilen, wann ich dann Hefte korrigiere und den Unterricht und die Schularbeiten vorbereite. Das ist dann meistens am Wochenende bzw. am Abend, wenn Oliver schon da ist. Nur leider läuft es nicht immer nach Stundenplan. Da gibt es viele zusätzliche Aktivitäten (Konferenzen, Besprechungen in der Fachgruppe, Elternabende, Elternsprechtage, Projekttage, Matura), und da musste ich leider auch schon mehrmals meine freien Nachmittage und auch meinen freien Tag, den ich bei Teilzeit ja habe, opfern und in die Schule fahren. Gott sei Dank haben wir beide Großelternpaare im Ort und die springen dann auch immer ein und kümmern sich um Alina. Auch Schulanfang und Schulschluss sind immer die Wochen, in denen nichts geregelt abläuft und dann die Großeltern meistens bis am Abend Babysitter spielen.

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Du bist im Job und zu Hause von Kindern umgeben, von ganz klein bis fast erwachsen. Wo ist dein „erwachsener“ Rückzugsort? Oder brauchst du den gar nicht?

Mein erwachsener Rückzugsort? Gute Frage. Ich lese sehr gerne, mach das aber in letzter Zeit eigentlich viel zu wenig. Aber wenn ich mich mal daheim entspannen will, dann leg ich mich für eine Stunde in die Badewanne und lese ein gutes Buch. Und hin und wieder gönnen Oliver und ich uns natürlich Zeit zu zweit, in der wir Essen gehen und Alina bei den Großeltern übernachtet. Aber wir unternehmen auch sehr viel zu dritt als Familie. Da in unserem Freundeskreis die meisten Paare fast zeitgleich mit uns Eltern wurden, ist das natürlich sehr angenehm, wenn wir uns treffen. Da können wir Erwachsene halbwegs ungestört plaudern, während die Kinder miteinander spielen.

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